Häufig gestellte Fragen

Beim Tag der offenen Tür 2010 im Kraftwerk Staudinger haben Besucher am Stand des Kraftwerksforums ihre Fragen zum Ausbauvorhaben und zur Arbeit des Forums gestellt. Auch beim Mobilen Bürgerbüro im April 2011 auf dem Marktplatz in Hanau und im August 2011 auf dem Marktplatz in Großauheim gab es viele interessierte Nachfragen.

Hier geht's zur Pressemitteilung zum Stand des Kraftwerksforums beim Tag der offenen Tür im Kraftwerk Staudinger am 27. Juni 2010, hier zur Pressemitteilung über das Mobile Bürgerbüro, das am 6. April 2011 veranstaltet wurde. Die Information über das Mobile Bürgerbüro in Großauheim finden Sie hier.

Ihre Fragen sind noch nicht beantwortet? Dann stellen Sie sie auf unserer Dialogseite.  

Alle einblenden Alle anzeigen   Alle ausblenden Alle verbergen

Antwort auf/zuklappen

Warum haben die LKW ein Durchfahrverbot ab der B8 und nächtliches Durchfahrverbot durch Großkrotzenburg? Die LKW fahren die ganze Zeit nur durch Großauheim.

Das Kraftwerk Staudinger hat mit seinen Lieferanten fest vereinbarte Anfahrtsrouten. Ziel ist es, die Anwohner der umliegenden Kommunen möglichst wenig durch den Lkw-Zulieferverkehr ins Kraftwerk zu beeinträchtigen. Dies gilt nicht nur für Großkrotzenburg und Hainburg, sondern auch für Großauheim. Der Lkw-Zulieferverkehr des Kraftwerks wird nicht über die Ortsmitte von Großauheim geleitet, sondern nutzt die jeweiligen Umgehungsstraßen.

Antwort auf/zuklappen

Was kostet eine Tonne Kohle in Kolumbien?

Steinkohle wird weltweit gehandelt, am Weltmarkt bilden sich – abhängig von Angebot und Nachfrage – auch die Preise. Im Jahr 2010 lagen die durchschnittlichen Kohlekosten für Importkohle zwischen 75 und 85 Euro/Tonne. Im September 2011 kostete eine Tonne Steinkohle rund 120 Euro. An diesem Weltmarkt wird auch die kolumbianische Kohle gehandelt und orientiert sich dementsprechend am Weltmarktpreis.

Antwort auf/zuklappen

Wie hoch sind die Transportkosten der Kohle, die nicht aus Deutschland kommt?

Dies ist abhängig von der Nachfrage und dem verfügbaren Angebot der Transportmittel. Die Preise sind sehr schwankend. Wenn es aufgrund von Spitzenbedarf beim Transport von Massengütern zu Engpässen beim zur Verfügung stehenden Schiffsverladeraum kommt, können die Transportkosten für Steinkohlen bei überseeischen Bezügen mehr als die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen. Hinzu kommen die Kosten für den Transport vom Seehafen zum Kraftwerk (per Binnenschiff oder Zug).

Antwort auf/zuklappen

Gibt es wirklich eine Wertminderung von Häusern und Grundstücken?

Der Neubau von einem Kraftwerk darf nur dann genehmigt werden, wenn sämtliche Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes sicher eingehalten werden. Die strengen Zulassungsvoraussetzungen stellen sicher, dass vom Kraftwerksbetrieb keinerlei relevante Gefahren oder Beeinträchtigungen für die umliegenden Grundstücke und deren Nutzung ausgehen (siehe zu diesem Thema auch Fragen 15 und 18 von unten). Wenn der Betrieb des Kraftwerks keine relevanten Auswirkungen auf anliegende beziehungsweise benachbarte Grundstücke oder deren Nutzung haben wird, kann dadurch – zumindest nach objektiven Kriterien – auch keine Wertminderung verursacht werden. Das subjektive Empfinden kann natürlich von dieser Sicht abweichen.

Allerdings sollte auch beachtet werden, dass das Kraftwerk Staudinger nun schon seit über 40 Jahren existiert. Die Grundstücke befanden sich stets in der Nähe des größten konventionellen Kraftwerks in Hessen. Dieses Kraftwerk wird nun verändert – indem alte Kraftwerke stillgelegt und ein neuer Block errichtet werden sollen.

Antwort auf/zuklappen

Gibt es eine Förderung des geplanten Neubaus durch den Staat?

Nein.

Antwort auf/zuklappen

Braucht es zur geplanten Energiewende noch Kohlestrom?

Über diese Frage wurde und wird auch immer wieder im Kraftwerksforum diskutiert. Die Meinungen darüber gehen auseinander. Die Frage kommt auch in den Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder auf. E.ON bewegt sich in einem Spannungsdreieck aus Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz. Hier gilt es die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei hat jeder Energieträger Vor- und Nachteile. Die Vorteile der Kohle liegen darin, dass das Steinkohlevorkommen weltweit noch lange nicht erschöpft ist und dass Kohle in vielen verschiedenen Ländern ausreichend zur Verfügung steht, so dass keine einseitigen Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern entstehen.

Dass der Schritt in Richtung Erneuerbare Energien in jedem Fall gegangen werden muss, ist für das Kraftwerksforum jedoch eindeutig. Es ist aber auch unstrittig, dass die Erneuerbaren Energien heute und auch in naher Zukunft noch nicht alleine für eine sichere Stromversorgung sorgen können.

Eine ähnliche Frage wurde auch während des Mobilen Bürgerbüros im April gestellt. Die Antwort finden Sie ebenfalls hier auf dieser Seite (Frage 14 von unten).

Antwort auf/zuklappen

Wie kommt es zu der Preisgestaltung am Strommarkt?

Der Strompreis in Deutschland setzt sich vor allem aus drei Komponenten zusammen: Dazu gehören die Kosten für die Netznutzung, die Kosten für die Energielieferung (Erzeugung, Transport, Vertrieb) und die Kosten, die aus Steuern, Abgaben und Umlagen bestehen. Der Strom wird an der Strombörse in Leipzig gehandelt. Der Preis hängt dabei nicht von der einzelnen Erzeugungsart des Stroms ab, sondern davon, wie viel Kraftwerksleistung insgesamt zur Verfügung steht, also von Angebot und Nachfrage. Zudem spielen wie gesagt die steuerlichen Anteile und der Anteil der Umlage der Erneuerbaren Energien eine wesentliche Rolle für den Strompreis, den der Verbraucher letzten Endes zu zahlen hat.

Antwort auf/zuklappen

Aus was besteht der Dampf aus dem Kühlturm?

Aus dem Kühlturm von Block 5 kommen sowohl Wasserdampf, der als Schwaden über dem Kühlturm sichtbar ist, als auch gereinigte Rauchgase. Aus den anderen Kühltürmen kommt lediglich Wasserdampf. Die Rauchgase werden hier über einen separaten Kamin abgeleitet. Mit den Auswirkungen der Rauchgase, die aus dem Kühlturm kommen, hat sich das Kraftwerksforum im Frühjahr 2009 intensiv beschäftigt. Dazu gibt es ausführliche Beiträge auf der Internetseite des Forums. Sie finden Informationen einmal bei den Themen unter  Luftschadstoffe sowie auf dieser Seite (fünfte Frage von unten). Auch im Raumordnungsverfahren sowie im Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz wurde diese Thematik ausführlich erörtert.

Antwort auf/zuklappen

Warum ist der Dampf aus dem Kühlturm unterschiedlich gefärbt?

Der Dampf aus dem Kühlturm hat immer die gleiche Farbe. Dass es manchmal so aussieht als wäre er zum Beispiel dunkel gefärbt, liegt an meteorologischen Einflüssen, vor allem der Sonneneinstrahlung, aber auch an der jeweiligen Wolkenbildung oder tagesabhängigen Eintrübung des Himmels.

Antwort auf/zuklappen

Ist es möglich, die Protokolle auch an die SPD zu versenden?

Die Protokolle des Kraftwerksforums beinhalten die Themen, die im Forum besprochen werden und bilden die geführten Diskussionen ab. Die Protokolle sind für die Mitglieder bestimmt. Nur die Mitglieder können deshalb entscheiden, ob die Protokolle des Forums auch an Nichtmitglieder versendet werden dürfen. Wir werden Ihre Anfrage mit in das kommende Forum im September nehmen. Die SPD ist natürlich herzlich eingeladen, ebenfalls in das Kraftwerksforum zu kommen und dort mit zu diskutieren.

Antwort auf/zuklappen

Wird durch die Kohlekühlung das Grundwasser verschmutzt?

Nein. Zwar kann es sein, dass sich im Kraftwerk gelagerte Kohle erwärmt. Sie wird dann gegebenfalls mit Wasser abgekühlt. Jedoch werden dabei nur sehr geringe Wassermengen aufgebracht. Außerdem nimmt die Kohle diese Feuchtigkeit auf, so dass das zur Kühlung eingesetzte Wasser nicht nach außen gelangt.

Antwort auf/zuklappen

Weshalb wird die Kohle aus Südafrika angeliefert?

Der wichtigste heimische fossile Energieträger ist Braunkohle. Die deutsche Steinkohle kann im Weltmaßstab nicht wirtschaftlich gefördert werden. Die deutsche Steinkohle, die im Ruhrgebiet noch gefördert wird, wird in den Steinkohlekraftwerken im Ruhrgebiet verbrannt. Um seinen Energiebedarf decken zu können, ist Deutschland daher auf Importe, u.a. aus Südafrika, aber auch aus Kolumbien, Nordamerika oder Russland, angewiesen.

Antwort auf/zuklappen

Ist der Anbau von Lebensmitteln in Nähe des Kraftwerks unbedenklich?

Ja. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für Block 6 wurde auch dieser Frage eingehend nachgegangen. Die Genehmigungsbehörde kam zu dem Ergebnis, dass die Immissionswerte unterschritten werden, so dass keine erheblichen Auswirkungen auf den Boden zu befürchten sind. Die Behörde ermittelte auch in einer worst-case-Betrachtung – der Betrachtung der maximal möglichen Emissionen – für die nächsten 40 Jahre keine relevanten Schadstoffanreicherungen.

Antwort auf/zuklappen

Was ist E.ONs Sicht bezüglich des Ammoniaklagers? Wie wird das Ammoniak abtransportiert?

Ammoniak wird im Kraftwerk benötigt, um das Rauchgas im Katalysator von Stickoxiden zu reinigen. Das Ammoniak wird mit der Bahn angeliefert. Abtransportiert werden muss es nicht, da es sich im Rahmen des Reinigungsprozesses in Wasser und Stickstoff umwandelt. Stickstoff ist als natürlicher Bestandteile in der Luft enthalten.

Der Transport von Ammoniak in einem sicheren Eisenbahnkesselwagen auf den örtlichen Gleisen der Bahn und dem betriebseigenen Gleis des Kraftwerks stellt kein sicherheitstechnisches Risiko dar. Mit dem Bau von Block 6 wird es keine Veränderung am vorhandenen Ammoniaklager des Kraftwerks geben.

Antwort auf/zuklappen

Hat die Meinung der Bürger überhaupt Gewicht bei der Entscheidung ob Block 6 gebaut wird oder nicht?

Die Meinung der Bürger hat Gewicht. Es gab ein umfassendes öffentliches Genehmigungsverfahren, an dem sich jeder Bürger und jede Bürgerin beteiligen konnte. Die eingereichten Einwände und Bedenken wurden in zwei Erörterungsterminen, die jeweils fast zwei Wochen dauerten, diskutiert. E.ON nimmt die von den Bürgern geäußerten Einwände ernst und versucht, so weit wie möglich auf diese einzugehen. Gleichzeitig muss E.ON jedoch auch genau abwägen und letzten Endes aus unternehmerischer Sicht entscheiden, welche Investition in welche Art der Energieerzeugung an welchem Standort jeweils die geeignete ist.

Auch das Kraftwerksforum beschäftigt sich in seinen Sitzungen mit den Stimmen und Meinungen aus der Bevölkerung. Im Forum sitzen Vertreter unterschiedlichster Interessen, die offen, sachlich, aber auch sehr intensiv über die verschiedenen Aspekte des geplanten Neubaus diskutieren. Über die Ergebnisse der Diskussionen informiert das Forum in regelmäßigen Abständen die Bürgerinnen und Bürger: Mit Informationsveranstaltungen, Infoständen, Hauswurfsendungen und über die Presse. Transparenz wird dabei groß geschrieben. Gerne nimmt das Forum Fragen und Anregungen aus der Bevölkerung entgegen und bringt diese in die Forumssitzungen ein. Auch hier auf unserer Dialogseite haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen zu stellen und Themenvorschläge für die Diskussionen  im Forum zu machen.

Antwort auf/zuklappen

Hängen Allergien und Asthma mit dem Kraftwerk zusammen?

Das Kraftwerksforum hat sich diesem Thema in den vergangenen Jahren ausführlich gewidmet. Prof. Dr. Eikmann, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen, war dazu Gast im Forum. Sein Fazit: Die durch das gesamte Kraftwerk inklusive Neubau entstehenden Emissionen verändern die vorhandene Belastung praktisch nicht. Laut Eikmann wird der geplante Ausbau keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen für die Bevölkerung im Umland mit sich bringen. Einige Teilnehmer des Forums widersprachen dem: Die Beschwerden vieler Patienten in der Region sprächen eine andere Sprache. Laut Eikmann, der diese Krankheitsbilder kennt, lässt sich aber nur schwer ein Zusammenhang mit den Kraftwerksemissionen herstellen.

Wolfgang Angelkötter vom TÜV Süd, der ebenfalls zu diesem Thema im Forum Stellung nahm, vertrat außerdem die Meinung, dass für eine erhöhte Schadstoffbelastung in erster Linie Autoabgase sowie Heizungen und Kaminöfen in privaten Haushalten verantwortlich seien. Im Zusammenhang mit dem geplanten Block 6 wurden in der Region an insgesamt zehn Messstellen so genannte Vorbelastungsmessungen durchgeführt. Die Orte der Messstellen wurden gemeinsam in Absprache mit der Bevölkerung aus dem Umfeld des Kraftwerks festgelegt. Der TÜV hat hier über ein Jahr die Luftqualität gemessen. Die Messergebnisse liegen an allen Stationen weit unter den gültigen Grenz- und Richtwerten. Die Ergebnisse der Messungen sind auf der Internetseite des Kraftwerks Staudinger  abrufbar. Auch die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für Block 6 durchgeführte medizinisch-humantoxikologische Bewertung hat ergeben, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die im Umfeld des Kraftwerks wohnenden Menschen anzunehmen sind.

E.ON hat außerdem zugesichert, dass das Kraftwerk Staudinger nach Inbetriebnahme von Block 6 und Stilllegung der Blöcke 1 bis 3 in absoluten Zahlen weniger Luftschadstoffe emittieren wird als im Durchschnitt der Jahre 1996-2006 – und das auch dann, wenn doppelt so viel Strom wie bisher erzeugt werden sollte.

Antwort auf/zuklappen

In welchem Umfang ist es möglich, dass erneuerbare Energien eingesetzt werden, um den Block 6 zu ersetzen? Könnte das Geld nicht lieber in erneuerbare Energien investiert werden, statt Block 6 zu bauen?

Rein rechnerisch benötigt man, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen wie ein großes Kohlekraftwerk (1.100 Megawatt): 53 Biomassekraftwerke (à 20 Megawatt) oder 1.883 Windkraftwerke (à 2,5 Megawatt) oder 73,5 km² Solarmodule (100 Kilowattstunden/m²). Allerdings müssten diese regenerativen Quellen ständig produzieren können, wie ein Kohlekraftwerk. Sonst könnten sie nur teilweise als Ersatz dienen.

Ein Beispiel: Um genauso viel Leistung zu installieren, wie sie Block 6 bieten soll, müssten 440 Windräder á 2,5 Megawatt aufgestellt werden. Aber der Wind weht nicht immer. Während ein Kohlekraftwerk in der Regel 7.000 Stunden im Jahr einsatzbereit ist und Strom erzeugen kann, kommt ein Windrad im Binnenland aufgrund der schwankenden Windverhältnisse auf etwa 1.600 Volllastbenutzungsstunden. Um also wie der geplante Block 6 im Jahr rund sieben Milliarden Kilowattstunden Strom zu erzeugen, bräuchte man daher insgesamt 1.838 Windräder. Auch Solaranlagen und Biomassekraftwerke könnten nicht die Leistung eines neuen Kraftwerksblocks erbringen. Es müssten außerdem noch Speichermöglichkeiten für den erzeugten Strom geschaffen werden.

Regenerative Quellen werden immer wichtiger, aber wir brauchen nach wie vor ein Mix verschiedener Quellen. Deshalb investiert E.ON. in moderne Steinkohlekraftwerke, um die alten, weniger effizienten Anlagen zu ersetzen. Und gleichzeitig investiert E.ON in den Ausbau der erneuerbaren Energie: 2010 beispielsweise mehr als eine Milliarde Euro. Die Erzeugungskapazität aus Wind und Sonne beträgt aktuell schon 3.600 Megawatt. Für 2011 hat E.ON weitere rund 1,1 Milliarden Euro für den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorgesehen.

Auch im Forum wird und wurde immer wieder über die Möglichkeit gesprochen, die erneuerbaren Energien in der Region auszubauen. So wird dank der Initiative des Kraftwerksforums beispielsweise auf dem Gelände des Kraftwerks Staudinger eine Bürgersolaranlage errichtet.

Antwort auf/zuklappen

Ist Strom aus Steinkohle teurer als Atomstrom?

Für den Stromabnehmer gibt es hier keine Unterschiede: An der Strombörse wird Strom zu einem Preis gehandelt, der nicht von der einzelnen Erzeugungsart abhängt, sondern von der Gesamtheit der verfügbaren Kraftwerksleistung.

Antwort auf/zuklappen

Wie wird sich die Verschattung mit Block 6 verändern?

Die Gebäude des neuen Kraftwerks, insbesondere das Kesselhaus und der Kühlturm, werden Schatten werfen. Diese zusätzliche Verschattung betrifft jedoch vor allem das Kraftwerksgelände. Die Schatten werden nicht bis auf die umliegenden Grundstücke fallen. Die Verschattung durch künftige Kühlturmschwaden wurde im Genehmigungsverfahren ebenfalls untersucht: Die Gutachten kamen zu dem Ergebnis, dass die Verschattung durch die Kühlturmschwaden im Vergleich zu heute nur unwesentlich zunehmen wird. Die Verschattung wird auch nur knapp über der im Jahresgang zu erwartenden natürlichen Schwankungsbreite der Sonnenscheindauer liegen.

Antwort auf/zuklappen

Bestehen durch den Flugverkehr im Raum Hanau potentiell Gefahren für das Kraftwerk?

Das Kraftwerk ist kein sogenannter Störfallbetrieb: Hier wird Kohle verbrannt und Wasserdampf erzeugt. Besondere Gefahren gäbe es daher durch einen Flugzeugabsturz über dem Kraftwerk nicht.

Antwort auf/zuklappen

Was ist das zischende Geräusch zwischen 4 und 5 Uhr morgens, das klingt wie ein startender Heißluftballon?

Das Geräusch wird verursacht, wenn Block 1 oder Block 3 angefahren werden. Zu hören ist Dampf, der über das Kesselhausdach abgelassen wird, weil er noch nicht heiß genug ist, um auf die Turbine geleitet zu werden. Je länger ein Block still stand, desto länger dauert dieser Anfahr- bzw. Aufwärmprozess. Bei Block 6 wird es diese Geräuschentwicklung nicht mehr geben, da die Ventile eingehaust und mit besseren Schalldämpfern ausgestattet sein werden als dies heute bei den alten Blöcken der Fall ist.

Antwort auf/zuklappen

Wäre es möglich, die Blöcke 1 bis 3 länger laufen zu lassen statt den Block 6 zu bauen?

Block 2 ist bereits seit 2001 nicht mehr in Betrieb. Block 3 wird zum 31. Dezember 2012 vom Netz gehen. Die Blöcke 1 bis 3 sind über 40 Jahre alt und erreichen in den nächsten Jahren das Ende ihrer technisch-wirtschaftlichen Lebensdauer. Die Blöcke 1 bis 3 können aufgrund ihres Alters also nicht dauerhaft Block 6 ersetzen. Weil sich der Bau von Block 6 verzögert, hat E.ON jedoch bei der Behörde beantragt, Block 1 über das Jahr 2012 hinaus betreiben zu dürfen. Damit soll die sichere Stromversorgung der Umlandgemeinden sowie die Fernwärmeversorgung gewährleistet werden. Block 1 hält alle behördlichen Auflagen und geltenden Grenzwerte ein. Der Weiterbetrieb der Blöcke 2 und 3 ist nicht vorgesehen.

Antwort auf/zuklappen

Wann wird mit dem Bau von Block 6 begonnen und wann wird er fertig sein?

Diese Frage kann im Moment noch nicht beantwortet werden. E.ON hat Ende des Jahres 2010 vom Regierungspräsidium Darmstadt die erste Teilgenehmigung für den Bau des Blocks 6 erhalten. Diese umfasst beispielsweise den Bau des Kühlturms sowie des Maschinen- und Kesselhauses. Es kann aber noch lange dauern, bis diese Genehmigung tatsächlich rechtskräftig ist. Verschiedene Kommunen, Umweltverbände und Privatpersonen haben Klage gegen den Genehmigungsbescheid eingereicht. E.ON hat angekündigt, die Klagen eingehend zu prüfen, da für das Unternehmen Rechtssicherheit eine große Rolle spielt. Sobald mit dem Bau begonnen wird, beträgt die Bauzeit für Block 6 circa vier Jahre.

Antwort auf/zuklappen

Was passiert mit der losen Kohle, wenn das Kohlelager im Einsatz ist?

Diese Frage konnte im Forum ein Vertreter der E.ON Kraftwerke beantworten. Mit der Fertigstellung des Kohlelagers sei geplant, die Kohle von da an direkt aus dem Schiff ins Kraftwerk oder ins Kohlelager zu transportieren. Die Halde vor dem Kohlelager werde dann nicht mehr gebraucht. Die dort lagernde Kohle werde sukzessiv abgebaut. Als Übergang bleibe die Freifläche jedoch bestehen.

Antwort auf/zuklappen

Wird ein zweites Kohlelager gebaut werden?

Nach ausführlichen Diskussionen im Kraftwerksforum hat sich E.ON dazu bereit erklärt, zunächst nur ein Kohlelager zu bauen und den Bau des zweiten Lagers zurückzustellen. Vielen Mitgliedern des Kraftwerksforums war dies besonders wichtig gewesen. Ihre Befürchtung: E.ON könnte die Region mit dem Bau beider Kohlelager vor Ende des Raumordnungsverfahrens vor vollendete Tatsachen stellen – vor allen Dingen was die Größe von Block 6 angeht. Da Kohlen mit unterschiedlichen Mischverhältnissen zu lagern sind, steht die Frage nach einem zweiten Kohlelager bei E.ON jedoch nach wie vor auf der Agenda. Aus Gründen der Arbeitssicherheit möchte das Unternehmen jedoch verhindern, dass Block 6 und das zweite Kohlelager gleichzeitig gebaut werden. Bereits vor dem Bau des ersten Kohlelagers hatte das Kraftwerksforum erörtert, wo die Kohle stattdessen gelagert werden könnte. Unter anderem wurde über die Fläche diskutiert, auf der das Containerdorf für die Bauleitung des Kohlelagers steht. Die Forumsmitglieder sind sich unterdessen einig, dass ein geschlossenes einem offenen Kohlelager vorzuziehen sei.

Antwort auf/zuklappen

Was kommt aus dem Kühlturm raus?

Diese Frage war ein Statement des fragenden Bürgers, der darauf hinweisen wollte, dass die Antwort immer noch nicht allen Bürgern bekannt sei und deshalb noch stärker bekannt gemacht werden müsse.
Aus dem Kühlturm von Block 5 kommen sowohl Wasserdampf, der als Schwaden über dem Kühlturm sichtbar ist, als auch gereinigte Rauchgase. Aus den anderen Kühltürmen kommt lediglich Wasserdampf. Die Rauchgase werden hier über einen separaten Kamin abgeleitet. Mit den Auswirkungen der Rauchgase, die aus dem Kühlturm kommen, hat sich das Kraftwerksforum im Frühjahr 2009 intensiv beschäftigt. Dazu hatte das Forum den Experten Christian Böhle von der SPX Cooling Technologies GmbH eingeladen. Die Firma installiert die Kühltechnik und die Rauchgasableitung im neuen Block 6, wo ebenfalls ein so genannter Naturzugnasskühlturm gebaut wird, bei dem die Rauchgase über den Kühlturm abgeleitet werden. Anlass für die Debatte im Forum war die Befürchtung, dass die Rauchgasableitung über den Kühlturm eine höhere Schadstoffkonzentration in der direkten Umgebung des Kraftwerks zur Folge haben könnte. Um der Schadstoffbelastung in der Nähe des Kraftwerks auf den Grund zu gehen, erläuterte Böhle im Forum zunächst die Funktionsweise des geplanten Kühlturms: Bei der Ableitung der Kühlschwaden über den Turm kommt es zu einer Impulsübertragung. Dadurch gelangen die Rauchgase in deutlich größere Höhen und verteilen sich besser als bei der Kamintechnik. Auch bei ungünstigen Wetterlagen, beispielsweise bei dichten Wolkendecken, dringen sie leichter in die Höhe. Sein Fazit: die Immissionen im näheren Umfeld des geplanten Kraftwerks werden durch den geplanten Kühlturm reduziert, nicht erhöht.
Darüber hinaus hat sich das Kraftwerksforum Staudinger seit seinem Bestehen eindringlich mit den Schadstoffen beschäftigt, die beim Verbrennen von Kohle entstehen. Verschiedene Filteranlagen im Kraftwerk halten sie zwar zurück, trotzdem wird eine gewisse Menge an Luftschadstoffen an die Umwelt abgegeben. Wie groß diese Belastung ist und wie die Menschen in der Region geschützt werden können, hat das Kraftwerksforum ausführlich erörtert und dazu Experten ins Forum eingeladen. Darunter Prof. Dr. med. Thomas Eikmann vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und Dipl.-Ing. Wolfgang Angelkötter von der TÜV Süd Industrie Service GmbH.
Weitere Informationen sowie die Präsentationen der Experten sind auf der Homepage des Kraftwerksforums unter www.kraftwerksforum-staudinger.de/themen/luftschadstoffe/ zu finden.

Antwort auf/zuklappen

Könnten auf dem neuen Kesseldach Solaranlagen gebaut werden?

Ganz grundsätzlich können Solaranlagen auf ungenutzten Dachflächen installiert werden. Das Kraftwerksforum hat sich dementsprechend in den vergangenen Monaten mit der Frage beschäftigt, inwiefern es möglich sei, eine Solaranlage auf dem Dach des Kohlelagers zu bauen. Um die Rentabilität dieses Vorhabens zu prüfen, hatte E.ON mehrere Angebote eingeholt. Diese ergaben, dass das Dach des Kohlelagers grundsätzlich geeignet ist. Da die Montage jedoch extrem aufwändig ist, erwiesen sich die Pläne zum Bau der Photovoltaikanlage auf dem Kohlelager als unwirtschaftlich. Auch das auf Anregung eines Forumsmitglieds konsultierte Ingenieurbüro rmd-Consult fand keine Lösung, um die Planungs- und Montagekosten zu reduzieren. E.ON versprach jedoch zu prüfen, ob das Kesseldach für eine Photovoltaikanlage genutzt werden könnte und inwiefern dies wirtschaftlich ist.

Antwort auf/zuklappen

Warum wird die Schleuse Krotzenburg nicht zur Energiegewinnung genutzt?

Eine solche Nutzung der Schleuse ist derzeit in Planung. E.ON hatte sich mit zahlreichen anderen Anbietern an einer Ausschreibung zum Ausbau der Schleuse Krotzenburg beteiligt. Bei der Ausschreibung ging es darum, die Schleuse für die Energiegewinnung nutzbar zu machen. Den Zuschlag erhalten hat jedoch nicht E.ON, sondern das Unternehmen „juwi Holding AG“ aus Wörrstadt. Wie es mit dem Ausbau der Schleuse weitergeht, entscheidet sich nach Angaben von Bürgermeister Bessel aus Hainburg im Herbst.

Antwort auf/zuklappen

Warum ist die Stadt Hanau als wichtiger Kritiker nicht mehr im Forum und zieht sich damit aus der Verantwortung?

Die Stadt Hanau ist nach intensiven Diskussionen zu wichtigen Themen wie dem Schadstoffausstoß, den gesundheitliche Auswirkungen der Kraftwerksemissionen und Alternativen zur Kohlekraft nach der 15. Sitzung aus dem Forum ausgetreten. Eine Teilnahme am Kraftwerksforum steht der Stadt Hanau jedoch weiterhin offen. Die Stadt möchte nach eigenen Angaben zunächst die Entscheidung zur Genehmigung abwarten. Sie hat ihren Austritt aus dem Forum damit begründet, dass es für E.ON keine Alternative zum Bau von Block 6 gibt. Es werde weder eine gemeinsame Lösung noch ein Interessensausgleich mit den beteiligten Kommunen angestrebt.

Antwort auf/zuklappen

Was passiert mit dem Sponsoring der Vereine etc., wenn Block 6 nicht gebaut wird?

Diese Frage haben die Mitglieder des Kraftwerksforums in der letzten Sitzung an E.ON gerichtet. Nach Angaben des Unternehmens gelten zur Auswahl von Sponsoringprojekten folgende Kriterien: bevorzugt berücksichtigt werden Projekte in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks sowie solche, die Kinder und Jugendliche fördern. Zwar könne E.ON auf längere Sicht keine konkreten Aussagen machen, die angesetzten Sponsoringgelder würden jedoch mittelfristig fortgeschrieben. Zusätzlich stehen dem Kraftwerk Staudinger CSR-Mittel (Corporate Social Responsibility, CSR) aus der E.ON Zentrale in Düsseldorf zur Verfügung, die regional verwendet werden können. In diesem Zuge beteiligt sich E.ON am Standort Staudinger auch am Programm „Mit Energie dabei“. Das Programm richtet sich an Jugendliche ohne Ausbildung und hilft ihnen dabei, einen Abschluss zu machen.