30.04.2009
Rückblick auf das Raumordnungsverfahren
Welche Themen aus dem Raumordnungsverfahren sollen im Forum vertieft werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Forumsteilnehmer auf der 14. Sitzung des Kraftwerksforums Staudinger.
Während der gesamten zwei Wochen hätte eine sachliche und informative Atmosphäre geherrscht, resümierte die Mehrzahl der Forumsmitglieder. Kritisch nachgefragt hatte das Forum anlässlich eines aktuellen Presseberichts, in dem E.ON vorgeworfen wird, dass die versprochenen Schadstoffwerte nicht einhalten werden könnten. Jens-Uwe Freitag von E.ON Kraftwerke bekräftigte daraufhin: „E.ON wird sein Versprechen halten. Wir sind auch bereit, unser Versprechen vertraglich zu fixieren. In die Anlage wird die beste Technik eingebaut, die Garantiewerte sind Benchmark.“
Außerdem diskutierte das Forum über die Auswirkungen der Rauchgasableitung über den Kühlturm. Auch dieses Thema kam im Rahmen des öffentlichen Erörterungstermins zum Raumordnungsverfahren auf. Einwender vermuteten, dass die Rauchgasableitung über den Kühlturm eine höhere Schadstoffkonzentration in der direkten Umgebung des Kraftwerks zur Folge haben könnte, denn im neuen Block 6 werden die Rauchgase direkt über den Kühlturm abgeleitet. Der eingeladene Experte Christian Böhle von der SPX Cooling Technologies GmbH erklärte, dass im neuen Block 6 ein so genannter Naturzugnasskühlturm gebau werde. Bei diesem werde das Wasser ohne den Einsatz zusätzlicher Energie gekühlt. Bei der Ableitung der Kühlschwaden über den Kühlturm komme es zu einer Impulsübertragung, wodurch die Rauchgase in deutlich höhere Höhen gelangen und sich besser verteilten. Auch bei ungünstigen Wetterlagen, beispielsweise bei dichten Wolkendecken, drängen die über den Kühlturm abgeschiedenen Rauchgase besser als bei der alten Technik durch die Wolkendecke durch. Somit würden die Immissionen insbesondere im näheren Umfeld des geplanten Kraftwerks reduziert.
Des Weiteren informierten sich die Forumsmitglieder über die geplante CO2-Abscheideanlage am Standort Staudinger. Im gemeinsamen Pilotprojekt forschen E.ON, Siemens und InfraServ Höchst daran, wie der Prozess der CO2- Abscheidung effizienter gestaltet werden kann. Bei der geplanten Anlage handelt es sich um eine Forschungsanlage, das abgeschiedene CO2 wird danach wieder in die Umwelt abgegeben, so Freitag.