09.07.2009
15. Sitzung des Kraftwerksforum Staudinger: Teilnehmer diskutieren über regenerative Energien
Das neue Kohlelager und die Nutzung regenerativer Energien bestimmte am Mittwoch die 15. Sitzung des Kraftwerksforums Staudinger.
Unmittelbar vor der Sitzung hatte die E.ON Kraftwerke GmbH dazu eingeladen, die Baustelle des neuen Kohlelagers zu besichtigen. Die Forumsteilnehmer informierten sich über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und den künftigen Betrieb der Anlage. Besonders interessierten sie sich für die Anlieferung der Kohle per Zug und Schiff. „Es werden circa vier Züge Kohle pro Tag angeliefert“, erklärte Jens-Uwe Freitag von der E.ON Kraftwerke GmbH. „Zudem entfallen die Rangierarbeiten auf dem Bahnhof in Großkrotzenburg, da der Zugverband nicht mehr geteilt werden muss“.
Schwerpunkt der anschließenden Sitzung war die Nutzung regenerativer Energien. Gerhard Didion vom Amt für den ländlichen Raum in Reichelsheim stellte im Forum eine Studie des Odenwaldkreises vor und plädierte für einen Ausbau regenerativer Energien im Odenwald. Vor allem Biomasse, Wind- und Solarenergie bescheinigte die Studie großes Potenzial. Außerdem rief Didion dazu auf, Energie stärker einzusparen und effizienter zu nutzen. „Die Studie des Odenwaldkreises zum Ausbau und zur Nutzung regenerativer Energien in der Region zeigt, dass Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien unseren Energiebedarf alleine nicht decken können. Auch wenn dieser in den kommenden Jahren voraussichtlich zurückgehen wird.“
Außerdem berichtete Freitag in der Sitzung über die Auflagen aus dem inzwischen abgeschlossenen Raumordnungsverfahren. Dazu zählen die Maßgaben, dass Block sechs nicht parallel mit den Blöcken 1 – 3 betrieben werden dürfe, die Einhaltung festgelegter Emissionsgrenzen, die Umsetzung des vorgelegten Logistikkonzepts und die Auflage, eine spätere Nachrüstung mit Technologien zur CO2-Abscheidung zu ermöglichen. Ein Forumsteilnehmer bezweifelte, dass E.ON tatsächlich die Nachrüstung mit einer CCS-Anlage (Carbon-Capture-Storage) plane, woraufhin Freitag auf gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verwies, die eine Umsetzung zurzeit erschweren würden. CCS stecke zurzeit noch in den Kinderschuhen, aber wenn es marktreif und mit Hinweis auf den Emissionshandel auch wirtschaftlich sei, werde Block 6 Kohlendioxid abscheiden und speichern, versicherte er.
Ferner wurde darüber diskutiert, die Bürgerinitiative IG Staudinger erneut einzuladen, im Forum die Daten und Hintergründe ihrer Immissionsmessungen vorzustellen. Bisherige Einladungen hatte die Bürgerinitiative abgelehnt.
Am Ende der Forumssitzung beschlossen die Teilnehmenden, in der kommenden Sitzung am 17. September das Thema regenerative Energien am Standort Staudinger und die Einrichtung eines Klimafonds zur Förderung CO2-sparender Maßnahmen zu besprechen. Außerdem auf der Agenda ist eine aktuelle Bachelorarbeit zum Thema Ableitung von Rauchgasen über den Kühlturm und die Besichtigung der CCS-Pilotanlage.