Einen Schritt weiter auf dem Weg der Sachaufklärung
Diskussion mit externen Experten zum Energieträger Steinkohle und dem Risikopotential der Kohlelager
Hainburg, den 05. Dezember 2007. Bei der heutigen Sitzung des Kraftwerksforums Staudinger stand die Diskussion zum Energieträger Steinkohle mit externen Experten sowie die Genehmigung der Kohlelager und deren Risikopotential auf der Tagesordnung. Die nächste Sitzung des Kraftwerksforums findet am 30. Januar 2008 statt.
Ob Steinkohle ein geeigneter Energieträger ist, wird seit dem Start des Forums kontrovers diskutiert. Deswegen hat sich das Forum die Sachaufklärung zu diesem Thema als wichtige Aufgabe definiert. Deshalb wurden zur Forumssitzung zwei externe Experten eingeladen. Im Zentrum der Information stand besonders die Verfügbarkeit der Steinkohle und die Entwicklung des Preises. Beide Themen wurden von den Teilnehmer intensiv mit den Experten diskutiert. Einerseits seien die Kohlevorkommen groß und der Preis derzeit gering. Inwieweit dies so bleiben wird, wurde von Seiten der Kritiker jedoch hinterfragt. Auf der Seite der Experten bestand Einigkeit darin, dass derzeit in puncto Verfügbarkeit und Preis die Kohle einen deutlichen Vorteil gegenüber Gas und Öl hat. Beide Experten gehen hier in der Zukunft von Gasengpässen aus jedoch beurteilen sie die Aussagen hinsichtlich der Kohlereserven als unsicher. Auch der Preis für CO2-Zertfikate ist schwer vorhersehbar. An die Preisdiskussion schloss sich eine intensive Auseinandersetzung zum Sinn einer Investition in Steinkohlekraftwerke an. Ob Kohle eine langfristige oder nur eine Übergangstechnologie sei oder Investition in regenerative Energie sinnvoller wären, wurde von den Teilnehmern des Forums unterschiedlich beurteilt.
Auf der Tagesordnung stand auch die Sachaufklärung zum Risiko-potential eines geschlossenen Kohlelagers. Dieses Risikopotential ist ein Grund für die Klagen der Kommunen gegen die Genehmigung der Kohlelager. In einem Vortrag erläuterte ein externer Experte mögliche Brand- und Explosionsgefahren in einem Kohlelager und die entsprechenden Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise die automatische Brandfrüherkennungen oder Begehungen sowie die Vermeidung von Zündquellen. Der Experte kam in seinem Vortrag zu dem Ergebnis, dass ein geschlossenes Kohlelager sowohl aus Gründen des Emissionsschutzes als auch Sicherheitsgründen der offenen Kohlelagerung vorzuziehen sei. Sowohl die Brand- als auch die Explosionsgefahr sei sehr gering und beherrschbar.
Aufgrund der aktuellen Erteilung der Genehmigung für den Bau der Kohlelager wurde dieser Punkt intensiv diskutiert. E.ON stellte dar, dass sie mit der Genehmigung verantwortungsvoll umgingen. Man habe durch die Entscheidung zunächst nur ein Kohlelager zu bauen und die Termine nach hinten zu verschieben, aus Sicht des Unternehmens eine Kompromisslösung gefunden. Man verhindere damit, so E.ON, dass durch den Bau beider Kohlelager eine Vorfestlegung stattfinde. Den Start des Baus eines zweiten Kohlelagers mache man vom Verlauf des Raumordnungsverfahrens abhängig. Die Vertreter der Kommunen machten in ihren Statements klar, dass man gegen die Genehmigung klagen werde. Man sehe in der Genehmigung trotz der Festlegung E.ONs zunächst nur ein Kohlelager zu bauen eine Vorfestlegung auf den Energieträger Kohle und einen massiven Eingriff in die Stadtplanung der Kommunen. Hier gäbe es erheblichen Klärungsbedarf.