Großauheim, 12. August 2011. Aus was besteht der Dampf aus dem Kühlturm? Wie kommt es zu der Preisgestaltung am Strommarkt? Braucht es zur geplanten Energiewende noch Kohlestrom? Diese und noch viele andere Fragen haben Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag, den 11. August 2011 in Großauheim gestellt. Das Kraftwerksforum Staudinger hatte ein Mobiles Bürgerbüro auf dem Großauheimer Wochenmarkt errichtet. Mitglieder des Forums standen für Fragen rund um den geplanten Neubau des Blocks 6 zur Verfügung. „Wir fühlen uns dem Main verbunden und bringen uns für eine Verbesserung des Umweltschutzes ein“, sagte Forumsmitglied Olaf Adam von der Fischerzunft Steinheim. „Ich möchte nicht einfach nur gegen etwas sein, sondern versuchen, einen Konsens zu finden. Deshalb bin ich Mitglied im Kraftwerksforum und setze mich für den Dialog ein.“
Auch die SPD sowie die Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ hatte sich am Donnerstag auf dem Wochenmarkt eingefunden, um gegen den Neubau und das Kraftwerksforum zu protestieren. Die Bürgerinitiative war dem Forum 2007 beigetreten und hatte die Möglichkeit zum Austausch und zur Information genutzt. Nach einigen Sitzungen hatte sich die Initiative dann im Jahr 2008 dazu entschieden auszutreten. „Diese Entscheidung respektieren wir“, sagte der Moderator des Forums, Ralf Eggert, am Donnerstag. „Das Forum steht aber nach wie vor offen. Denn es kommt auf die Teilnehmer des Forums an, dieses zu gestalten. Die Forumsmitglieder bestimmen zum Beispiel die Tagesordnung und können Experten einladen“, sagte Eggert. Im Anschluss an die Ansprache der Bürgerinitiative mit dem Megafon kam es zu vielen Gesprächen zwischen den Bürgern, den Kraftwerksforumsmitgliedern sowie den Mitgliedern der Initiative. Diesen direkten Austausch begrüßte auch Forumsmitglied Dr. Jörg Wörner: „Ich kann damit leben, dass die Bürgerinitiative hier ist. So ein Krawall bringt aber nicht viel. Wir müssen jetzt natürlich ins Gespräch kommen.“
Die Besucher des Markts interessierten sich vor allem für das allgemeine Thema Energiewende. Aber auch die Themen Sicherheit und Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner rund um das Kraftwerk standen im Fokus. Des Weiteren formulierten die Bürger ihre Erwartungen an die Arbeit des Forums. Alle Fragen, Themenvorschläge, Erwartungen und Wünsche werden nun in das Kraftwerksforum mitgenommen und dort diskutiert. Die Antworten auf alle Fragen werden demnächst auf der Internetseite veröffentlicht.