Solaranlage auf Kraftwerksgelände und Klimafonds nehmen Konturen an

Großkrotzenburg, 18. September 2009. Bei der gestrigen Sitzung des Kraftwerksforums Staudinger im evangelischen Gemeindezentrum Großkrotzenburg stellte ein Vertreter des Vereins zur Förderung der Solarenergienutzung e. V.  sein Konzept zum Bau großflächiger Solaranlagen auf dem Gelände des Kraftwerks Staudinger vor. Außerdem beriet das Forum über einen Klima- und Umweltfonds. Darüber hinaus beschäftigte die Forumsmitglieder der Austritt des Main-Kinzig-Kreises und der Gemeinde Hanau im Vorfeld der Forumssitzung.
 
Jörg Wörner vom Verein zur Förderung der Solarenergienutzung e. V. präsentierte im Forum verschiedene Möglichkeiten, Solarstrom auf den Gebäuden des Kraftwerks zu nutzen. Auf dem Dach des neuen Kohlelagers, an den Fassaden der Kesselhäuser oder auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes könnten nach Ansicht des Experten Solaranlagen errichtet werden. Sein Konzept sieht verschiedene Optionen für den Bau von Solaranlagen vor. Die Optionen umfassen in der Summe eine Leistung von 700 kW bis 1.000 kW – je nach Größe der Anlagen. Damit könnten bis zu 800 Haushalte mit Strom versorgt werden. „Mit der Finanzierung einer Solaranlage könnte sich E.on auch in unserer Region für erneuerbare Energien engagieren“, so Wörner. E.on signalisierte Offenheit für die Vorschläge und brachte zusätzliche Ideen in das Konzept ein. Das Unternehmen hat bereits zwei Kostenvoranschläge für eine Solaranlage auf dem Dach des ersten Kohlelagers eingeholt. E.on wird diese in nächster Zeit auf ihre Wirtschaftlichkeit hin prüfen.

Darüber hinaus sammelten die Forumsmitglieder Ideen für einen Klima- und Umweltfonds. Die Mitglieder schlugen unter anderem vor, den Fonds unabhängig vom Bau des „Block 6“ umzusetzen und ihn bürgernah zu gestalten.

Außerdem bedauerte das Forum den Austritt des Main-Kinzig-Kreises und der Gemeinde Hanau. Viele Mitglieder konnten den Zeitpunkt und die Begründung für den Austritt nicht nachvollziehen. „Das Problem ist, dass die Arbeit des Forums in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen wird“, konstatierte Pfarrer Heinz-Wilhelm Daume vom evangelischen Kirchenbezirk Am Limes. „Darüber hinaus herrscht große Skepsis gegenüber der Firma E.on und ihrer Selbstverpflichtung zur Schadstoffsenkung. Ich fände es wichtig, dass mehr Vertrauen entsteht und plädiere für einen verstärkten Bürgerdialog.“ Außerdem forderten die Forumsmitglieder die IG Staudinger erneut auf, ihre Messungen im Forum vorzustellen. Die IG Staudinger hatte E.on vorgeworfen, die gesetzlichen Höchstwerte beim Ausstoß von Stickstoffdioxid NO2 und Schwefeldioxid SO2 wissentlich zu überschreiten.

Auch im Forum thematisiert: die Sorge vieler Bürger über mehr Lärm durch eine Zunahme des Zugverkehrs. E.on erklärte darauf hin, dass das Unternehmen für den Kraftwerksbetrieb in Zukunft mit durchschnittlich etwa drei Zügen pro Tag rechne. Die Züge dürfen ausschließlich Montag bis Samstag von 6 bis 22 Uhr fahren. In Zukunft entfallen die Rangierarbeiten am Bahnhof Großkrotzenburg. Seit Mai wird das Kraftwerk überhaupt nicht auf dem Schienenweg angefahren. Davor war durchschnittlich ein Zug pro Tag für den Kraftwerksbetrieb notwendig gewesen.    

In der kommenden Sitzung am 2. Dezember 2009 wird das Forum die Pilotanlage zur CO2-Abscheidung besichtigen.