Großkrotzenburg, 25. November 2010. Bei der 22. Sitzung des Kraftwerksforums Staudinger am Mittwoch, 24. November, haben die Forumsmitglieder über das Thema Quecksilber diskutiert. Olaf Adam, Mitglied des Kraftwerksforums und der Fischerzunft Steinheim am Main e.V., stellte die Ergebnisse der diesjährigen Messungen zur Quecksilberbelastung der Mainfische vor. Außerdem diskutierte das Kraftwerksforum über die geplante Photovoltaik-Anlage auf dem Gelände des Kraftwerks Staudinger.
Viele Menschen in der Region befürchten, dass durch das Kraftwerk unzulässige Mengen an Quecksilber in den Main und über die Fische in die Nahrungskette gelangen. Adam erklärte, dass nach der Verordnung der Europäischen Gemeinschaft hinsichtlich der Höchstbelastungsgrenzen für Lebensmittel zwischen 0,5 und 1 Mikrogramm Quecksilber in den Fischen vorhanden sein darf, je nach Fischart. Die untersuchten Mainfische lagen alle unter diesen Grenzwerten. Nur bei einem alten Barsch mit hohem Fettgehalt, welcher auch nicht mehr zum Verzehr geeignet gewesen wäre, fanden sich erhöhte Werte.
Thorwald Ritter, Mitglied des Kraftwerksforums und Vertreter des BUND, ergänzte, dass bisher nur über die Quecksilbergrenzwerte für Lebensmittel diskutiert wurde. Es müsse aber auch darüber gesprochen werden, dass nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie die Umweltqualitätsnorm für sauberes Wasser sehr viel niedrigere Grenzwerte für Quecksilber vorschreibe, nämlich einen Wert von 0,02 Mikrogramm pro Kilo für so genannte Biota – also für Fische, Wasserpflanzen oder ähnliches. Eine weitere Minderung der Quecksilberbelastung sei also von Nöten – darüber war sich das Kraftwerksforum einig.
Das Forum beschloss, zu dem Entwurf der Wasserrahmenrichtlinie und der möglichen Umsetzung mehr Informationen einzuholen. Hierzu sollen für das nächste Forum Referenten angefragt werden. Auch E.ON arbeitet daran, die Quecksilberemissionen so gering wie möglich zu halten. Deshalb plant E.ON, einen so genannten Triple Action Catalyst (TRAC) einzusetzen: Mit Hilfe des neuartigen Katalysators soll das Quecksilber zu großen Teilen aus den Rauchgasen entfernt werden. Über die bisherigen Erfahrungen mit dem noch in Probe befindlichen TRAC wird E.ON ebenfalls in der nächsten Sitzung berichten.
Des Weiteren versicherte Dr. Herbert Urban, E.ON Projektleiter für den geplanten Block 6, dass E.ON das Dach des Verwaltungsgebäudes des Kraftwerks für eine Photovoltaik-Anlage zur Verfügung stellen werde. Dr. Jörg Wörner, Mitglied des Kraftwerksforums und Vertreter des Solarvereins Großkrotzenburg, wird sich um potentielle Anlagenbetreiber kümmern. Die Finanzierung der Anlage wird in der kommenden Forumssitzung besprochen.
In Hinblick auf die Ergebnisse der Bürgerveranstaltung Bahnlärm im September berichtete E.ON, dass nun eine feste Weichenschmieranlage installiert werde, um den Bremsgeräuschen des E.ON-Kohlezugs entgegen zu wirken.