Klein-Krotzenburg, 28. September 2011. Bei der Sitzung des Kraftwerksforums Staudinger am Mittwoch, den 28. September, diskutierten die Forumsmitglieder über die Umsetzung und die Kontrolle der Brandschutzauflagen im Kohlekreislager. Dazu war Andrea Henkes vom Regierungspräsidium Darmstadt aus dem Fachdezernat Immissionsschutz, Energie und Lärmschutz zu Gast im Forum.
Hintergrund für das Gespräch war die Geruchsbelästigung in der Nachbarschaft des Kraftwerks im Sommer vergangenen Jahres. Die im Kohlekreislager eingelagerte Kohle hatte sich damals stark erwärmt. Dabei entwickelte sie einen Geruch, der an Teer oder Diesel erinnert. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte daraufhin zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. „Dazu gehört vor allem eine verbesserte, permanente Temperaturüberwachung im Kohlekreislager. Diese wird mit Hilfe von fest installierten Wärmebildkameras verwirklicht, die das gesamte Kohlelager erfassen“, sagte Henkes am Mittwoch. Ebenso seien die Meldewege und der Informationsaustausch mit den Brandschutzbehörden verbessert worden: „Und die Rückmeldung des Gefahrenabwehrzentrums Gelnhausen ist dazu schon sehr positiv“, sagte Henkes. Es finden regelmäßige Begehungen, Übungen und Unterweisungen statt. Zudem wurden Gutachter damit beauftragt, das bestehende Brandschutzkonzept noch einmal zu überprüfen. „Es muss aber auch deutlich gesagt werden“, erklärte Henkes im Forum, „dass Störungen theoretisch immer möglich sind. Gerade deshalb ist es so wichtig, aus jedem Vorkommnis zu lernen und Verbesserungsmaßnahmen anzustoßen.“
Ob es denn feste Flächen für eine Auslagerung der Kohle gebe, falls es doch wieder zu einer Erwärmung komme, wollte ein Mitglied des Kraftwerksforums wissen. Dr. Herbert Urban, E.ON-Projektleiter, erklärte, dass es einen betonierten Platz gebe, der speziell für diesen Fall vorgehsehen sei. Die erwärmte Kohle könne dort mit Wasser berieselt werden. Eine weitere Frage kam auf, inwiefern die Kohle schon auf dem Transportweg auf Erwärmung geprüft werde. „Schon bei der Verladung in Rotterdam von Schiff auf Bahn werden die Temperatur- und Stoffeigenschaften der Kohle gemessen“, sagte Henkes. Im Kraftwerk gebe es eine erste Temperaturkontrolle. Würden Temperaturen über 40 Grad gemessen, werde die Kohle schon dann gekühlt. Wenn die Temperatur mehr als 60 Grad betrage, werde automatisch die Werksfeuerwehr informiert. Laut Henkes seien all die Auflagen und Konzepte sehr gute und ausreichende Vorbeugungsmaßnahmen.