Luftschadstoffe
Schadstoffe in der Luft. Beim Verbrennen von Kohle entstehen Schadstoffe. Verschiedene Filteranlagen im Kraftwerk halten sie zwar zurück, trotzdem wird eine gewisse Menge an Luftschadstoffen an die Umwelt abgegeben. Es besteht die Befürchtung, dass diese Luftschadstoffe die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen und der Umwelt schaden. Wie groß ist die Belastung? Wie können die Menschen der Region geschützt werden? Diese Frage diskutiert das Kraftwerksforum.
Nicht mehr als heute. „Die Rhein-Main-Region ist schon stark mit Schadstoffen belastet, mehr verkraftet sie nicht.“ Das ist der Standpunkt der Kritiker. Mit dem Betrieb des neuen Kraftwerks dürfe der Ausstoß an Schadstoffen deshalb nicht zunehmen. Mehr noch: E.ON Kraftwerke solle sich dafür einsetzen, dass die bisherigen Emissionen sinken.
Nicht mehr als bisher. „Mit dem Neubau bleiben wir unter den bisherigen Emissionswerten.“ Das verspricht E.ON Kraftwerke den Bewohnern der Region. Als Richtwert orientiert sich der Konzern an dem Durchschnittswert der Emissionsbelastung, errechnet aus den Jahren 1996 bis 2006.
Neue Technologien. Die künftige Rauchgasableitung würde über den Kühlturm erfolgen, erläuterte Experte Christian Böhle, vom Unternehmen SPX Cooling Technologies GmbH, im Kraftwerksforum. Seine Firma ist damit beauftragt, die Kühltechnik und die Rauchgasableitung im geplanten Block 6 zu installieren. Kritiker befürchten jedoch, dass es über den Kühlturm zu einer höheren Schadstoffkonzentration in der Umgebung kommen könnte. Deshalb, so Böhle, sei geplant, einen so genannten Naturzugnasskühlturm zu errichten. Bei der Ableitung der Kühlschwaden über den Kühlturm komme es zu einer Impulsübertragung: Dadurch gelangten die Rauchgase in deutlich höhere Sphären und verteilten sich besser als bei der herkömmlichen Kamintechnik. Auch bei ungünstigen Wetterlagen (zum Beispiel bei Wolken oder Inversionswetterlagen) könnten die abgeschiedenen Rauchgase in große Höhen gelangen und würden somit stärker verteilt. Die Immissionen würden also letztendlich in der direkten Umgebung reduziert.
Die Arbeit des Forums. Sind die von E.ON Kraftwerke errechneten Richtwerte ausreichend? Welche technischen Voraussetzungen sind nötig, damit der Konzern sein Versprechen halten kann? Muss dieses Versprechen vertraglich abgesichert werden? Wie ist der Einsatz von neuen Technologien zu bewerten? Das Forum sucht gemeinsam nach Lösungen.